3. Treffen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung und Prävention“

23.02.2016
Am Dienstag vergangener Woche hat die Gesundheitsregionplus Miltenberg ihre Arbeit unter der Leitung von Landrat Jens Marco Scherf fortgesetzt. Zum Einstieg in das mit der Priorität 1 belegte Handlungsfeld „Gesunde Lebenswelten“ hatte sich die Arbeitsgruppe im Vorfeld mit den Themen betriebliche Gesundheitsförderung / betriebliches Gesundheitsmanagement (BGF / BGM) von kleinen und mittleren Unternehmen in der Region sowie mit Aspekten der Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten beschäftigt.

Gesundheitsregion plus Miltenberg

Für kleine und mittlere Unternehmen stellte Firmeninhaber Johannes Oswald von der Firma Oswald Elektromotoren die Aktivitäten rund um die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Schlagworte wie Unternehmenskultur, Führungsverhalten, Transparenz, Betriebsklima und Sinnhaftigkeit wurden von ihm genannt. Exemplarisch berichtete er über Elemente seines BGF-Systems wie kostenlose Wasserspender und Obst für alle Mitarbeiter, Yoga- und Rückenschulkurse, einmal jährlich stattfindende Arbeitsplatzbegehungen durch eine Physiotherapeutin, aber auch den Aspekt der psychischen Gesundheit, welchen er z.B. in Mitarbeiterbefragungen aufgreift.

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Judith Seidel berichtete von einer telefonischen Umfrage bei 34 Kindertagesstätten-Leitungen im Landkreis Miltenberg zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention. Zentrale Ergebnisse waren, dass die Einrichtungen sich in Bezug auf ihre Arbeit mit den Kindern gut aufgestellt sehen, dass betriebliches Gesundheitsmanagement allerdings meist kein Thema sei und im Alltagsstress untergehe. Die meisten der befragten Kindertagesstätten-Leiterinnen würden daher ein entsprechendes Engagement auf Landkreisebene sehr begrüßen.

Ein Konzept, welches regional die Gesundheitsförderungsaktivitäten von kleinen und mittleren Unternehmen und Verwaltungen in betriebsübergreifende Strukturen wie Netzwerke und Unternehmensorganisationen zusammenbringt, wird gerade erarbeitet.

Das ebenfalls behandelte landesweite Jahresschwerpunktthema des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ wird die Arbeitsgruppe das ganze Jahr über begleiten. Hans Dietrich Gersdorf, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, aus Goldbach referierte über die derzeitige Situation am Bayerischen Untermain. Grundsätzlich wachsen die allermeisten Kinder bei bester Gesundheit auf. Er betonte aber, dass Leistungsdruck und dadurch bedingte Angststörungen sowie Essstörungen auf dem Vormarsch seien. Aufgrund „kinderunfreundlicher“ gesellschaftlicher Strukturen seien kindliche Entwicklungsstörungen nicht außergewöhnlich. Handlungsbedarf sah er bei der systematischen Erfassung von Entwicklungsstörungen bei Vorschulkindern sowie bei der Inklusion von psychisch kranken Kindern- und Jugendlichen.

Dr. Hubert Hortig vom Gesundheitsamt stellte den aktuellen Stand der Planungen zum Jahresschwerpunktthema dar. Ziel sei vor allem die Aufklärung der Bevölkerung über bereits bestehende regionale Angebote.

Heidrun Schmitt-Flicker vom Sozialpsychiatrischen Dienst der AWO und Reinhild Reuter von der Erziehungsberatungsstelle der Caritas berichteten über das Projekt Löwenherz- Gruppe vor. Dieses niedrigschwellige Angebot wurde in Kooperation mit dem Jugendamt und Beratungsstellen für Kinder mit (mindestens) einem psychisch belasteten Elternteil konzipiert.

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