Zuerst pfleglich mit sich selbst umgehen

16.03.2018
Über 280 beruflich Pflegende füllten das Elsenfelder Bürgerzentrum am Freitagnachmittag, als die bekannte Ordensschwester Liliane Juchli, Autorin des ersten deutschsprachigen Pflegelehrbuchs und Begründerin des Pflegemodells der Aktivitäten des täglichen Lebens, über ihre Arbeit berichtete.

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Die 85-jährige Ordensfrau, Krankenschwester und Lehrerin für Krankenpflege referierte mit viel Witz und Charme gemeinsam mit dem Pflegeexperten Stefan Knobel zum Thema „Ich pflege als die, die ich bin.“

Das im Rahmen der Gesundheitsregion plus im März letzten Jahres gegründete PflegeNetz Landkreis Miltenberg möchte mit regelmäßigen Pflegetalks zu wichtigen Themen den Pflegekräften im Landkreis Miltenberg einen wertvollen Input für ihren beruflichen Alltag sowie die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch geben. Mit der Berufsfachschule für Altenpflege in Erlenbach, dem Seniorendomizil Haus Dominic in Elsenfeld und der Gesundheitsregion plus Miltenberg hatte das PflegeNetz mehrere Partner an der Seite, die den jüngsten PflegeTalk gemeinsam planten und organisierten. Landrat Jens Marco Scherf und Bürgermeister Matthias Luxem freuten sich zu Beginn der Veranstaltung über die sehr große Resonanz der Pflegekräfte.

Mit dem Thema „Ich pflege als die, die ich bin.“ machten Schwester Liliane Juchli und Stefan Knobel – beide kommen aus der Schweiz – die Zuhörerinnen und Zuhörer darauf aufmerksam, wie wichtig Würde und Achtsamkeit in der heutigen, von hoher Effizienz und Zeitdruck geprägten Pflege sind. Im stressigen Pflegealltag verliere man schnell den ganzheitlichen Blick auf den Pflegeprozess, sagten sie übereinstimmend.
Um die zu Pflegenden aber mit Würde und Achtsamkeit zu pflegen, müsse man erst einmal das „bei sich selbst sein“ lernen, betonte Schwester Juchli. Sie gab einen Einblick in ihre eigenen Krisenzeiten. Die hätten ihr gelehrt, wie wichtig es sei, zuerst pfleglich mit sich selbst umzugehen, erzählte sie.

Zum Abschluss der Veranstaltung beteiligten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der bundesweiten Aktion „24-Stunden-Applaus für die Pflege“ und applaudierten eine ganze Minute lang.

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